Erste Woche

So nun ist die erste Woche fast um und die Woche war durch sehr gemischte Gefühle geprägt. Am Samstag sind wir in den Gastfamilien angekommen. Zuhause war nur meine Schwester und 2 Freunde von ihr, und der Gastbruder, wie ich später erfahren habe. Meine Gastschwester ist dann, nur kurz nachdem ihre Freunde gegangen sind, auch gegangen und meinte sie komme am nächsten Tag wieder. Die Situation, dass der Gastbruder nicht wirklich mit mir redet, war dann auch nicht so optimal. Ich habe mich in dem haus sehr fremd gefühlt, was vermutlich sehr verständlich ist, durch die Situation, dass ich die Personen vorher noch nie gesehen habe. In dem Moment war ich ziemlich überfordert mit der Situation. Die Situation mit der Gastfamilie ist wesentlich besser geworden, dennoch weiß ich immer noch nicht genau, wie ich mich am besten Verhalten soll. Ich helfe oft bei der Zubereitung des Essens. Dennoch fühle ich mich teils etwas unhöflich, weil ich nicht weiß ob das, was ich mache nicht eventuell zu wenig ist und ich doch, wenn ich zuhause bin, recht viel Zeit in meinem Zimmer verbringe. Doch meine Gastfamilie guckt auch sehr sehr viel Fernsehen, und da das auf Kannada ist, verstehe ich nichts und habe dadurch auch nicht wirklich Lust, mich dazu zu setzen.

Am Montag dieser Woche war ich das erste mal in meinem Projekt. Mein Projekt ist eine private Schule, mit dem Namen Shree Lakshmana Theertha Vidya Samsthe (kurz S.L.T.V.S.) in dem kleinen Ort Hanagodu, ca. 15 km von Hunsur, wo ich und noch 3 andere Freiwillige wohnen, entfernt. D.h. ich muss jeden Tag mit dem Bus nach Hanagodu fahren, die Fahrt dauert dabei ca. 30 Minuten. Nur das kleine Problem am Busfahren ist, dass die Busse sehr unregelmäßig und ständig zu einer anderen Zeit kommen. Bisher hat aber zum Glück alles gut funktioniert. 

Montag wurde mir kurz die Schule gezeigt und ich wurde daraufhin noch von dem Englischlehrer der Oberstufe, Anand, durch alle Klassen geführt. So habe ich mich allen kurz vorgestellt und alle haben ihren Namen gesagt, von denen ich jetzt nicht mehr einen weiß. :D

Am Dienstag war hier in Indien der Independence Day, welcher in der Schule gefeiert wird, so war ich also an einem eigentlichen Feiertag auch auf Arbeit. An dem Tag wurden viele Reden gehalten, von denen ich leider nichts verstanden habe und die indische Flagge wurde gehisst.

Am Mittwoch waren die Vorbereitungen für ein Sportfest am Donnerstag (also heute). Daher hat mich Anand in die 8. Klasse geführt, meinte dann "I am busy" und ist gegangen. So hatte ich dann für 3 zusammenhängende Zeitstunden eine Klasse, die ich unterrichten sollte. Zu meinem Glück haben die Schüler ein Lehrbuch und sie waren recht respektvoll, wodurch ich, ich weiß nicht wie, die 3 Stunden rumbekommen habe. Dennoch war ich mit der Situation recht überfordert, wodurch ich nicht wirklich Lust auf 3 weitere Stunden hatte. Doch es kam, wie es kommen musste, auch nie nächsten 3 Stunden hatte ich eine Klasse. Zuerst eine 3. Klasse, wo ich gar nicht wusste was ich machen soll und dann noch die 7., bei der ich das Gefühl hatte, dass sie mir nicht wirklich Respekt entgegengebracht haben, wodurch die Unterrichtsstunde eine ziemliche Katastrophe war.

Heute (Donnerstag) war dann das Sportfest, was von mir aus jeden Tag sein könnte, da es für mich sehr entspannt war.

Zurzeit habe ich leider auch einbisschen Heimweh, was wohl normal ist und ebenso dolle vermisse ich meine Freunde, die an der Ostküste Indiens stationiert sind, so zum Beispiel in Pondicherry, da der Weg dorthin auch mindestens 15 Stunden in Anspruch nimmt. Aber wie heißt es so schön, wo sich eine Tür schließt, gehen 2 neue wieder auf.

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